Der Reiterverein Klausdorf/Schwentine stellt sich vor
- zu Pfingsten der Erste in der grünen Saison -

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Einmal im Jahr tummeln sich auf dem Platz an der Dorstraße Hunderte von Pferden und Reitern, viele Ponys und junges Volk darunter. Das geschieht immer an Pfingsten, sonnabends und sonntags. Und daher ist die Veranstaltung im Land als das „Klausdorfer Pfingstturnier“ allgemein bekannt und beliebt geworden. Das Turnier markiert im Pferdesport den Auftakt zur grünen Saison. Bekannte und unbekannte Spring- und Dressurreiter erproben junge Pferde. Es herrscht eine Stimmung von Hoffnung und Zuversicht. Nicht selten scheint eine kräftige Frühlingssonne dazu.

Der Platz ist bei den Reitern, die aus den Kreisen ringsum kommen, wegen seiner Bodenbeschaffenheit sehr beliebt. Besser als jeder Grasplatz gibt der Untergrund den Hufen Halt, Die Gefahr auszurutschen ist nahezu Null. Freilich – ohne die Arbeit der freiwilligen Helfer ginge gar nichts. Immer wieder zieht die Egge den Sand glatt, immer wieder muss der Parcours neu aufgebaut werden.

Man ahnt kaum, welche Investitionen an Geld und Kraft die Klausdorfer Attraktion fordert. Dressurvierecke mussten angelegt werden. Sie brauchen Pflege, genau wie die Hindernisse, die jährlich neu gestrichen werden. Zur Straße hin wächst ein Knick. Pflanzung und Pflege – auch dies eine Leistung des RV Klausdorf/Schwentine.

Eine nüchterne Zahl nennt die für das Jahr 2001 veranschlagten Investitions- und Instandhaltungskosten: rund 2500 DM. Das ist nicht wenig für einen Verein, der mit Gütern nicht gerade gesegnet ist. 300 Mitglieder sind zwar für einen Reiterverein immer noch eine stolze Zahl, aber man muss bedenken, dass zwei Drittel davon Kinder und Jugendliche sind, meist also ohne eigenes Einkommen. Aber wenn am Nachmittag des Pfingstsonntags die Reitabteilungen der teilnehmenden Vereine zur Siegerehrung vor dem Richterwagen aufmarschieren, ein Bild wie aus einem aufgeschlagenen Buch der Vergangenheit, denkt keiner mehr ans Geld.

Jugendarbeit war seit den Gründertagen RV Klausdorf/Schwentine Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit. Unzählige Kinder haben in den vergangenen Jahrzehnten in der Stoltenberg‘schen Reitanlage am Paradiesweg die Grundlagen der Reiterei erlernt. Einige wie der Berufsreitermeister Klaus Rath sind weit über die Anfänge hinaus ins internationale Renommee hineingewachsen. Sie haben dem Verein innerlich die Treue bewahrt. Sie fühlen sich dort angenommen und geborgen – eine Wertung, die man immer wieder von Ehemaligen, aber auch von Aktiven hört.

Die Leistungen auf dem Gebiet der Jugendarbeit blieben nicht unbemerkt. Der Verein wurde mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel 1999 mit dem Wanderpreis des Kreissportverbandes Plön. Im Laufe von mehr als zwanzig Jahren fanden auch die Reitermärchen in der Reithalle am Paradiesweg immer stärkere Beachtung.

Kinder und Jugendliche können hier ihr reiterliches Können mit ihrer schauspielerischen Begabung verbinden. Jedes Jahr am Sonnabend und Sonntag des dritten Advents birst die Halle schier vor Publikum. Es kommt nicht selten von weither, um das bunte und in seiner Art einzigartige Märchenspiel zu sehen. Meist sind es bekannte Geschichten von den Brüdern Grimm, von Wilhelm Hauff oder aus dem Orient, die in reiterlicher Bearbeitung aufgeführt wurden und werden. Da muss das tapfere Reiterlein über ein Riesenhindernis aus sieben Stangen springen. Da kommt der kleine Muck in ein Land, das den Galopp nicht kennt – und der ist so gut wie Siebenmeilenstiefel. Ja, da muss er siegen!

Sie gehen alle gut aus, die Märchen, die der leider früh verstorbene ehemalige Feuilletonchef der Kieler Nachrichten Rolf Gaska ersonnen hatte und die seine Witwe Traude Gaska zusammen mit treuen Helfern immer noch jedes Jahr inszeniert. Den Kindern macht es Spaß. Sie drängen sich danach – besonders natürlich nach sogenannten „Reit- und Sprechrollen“. In der Regel sind es um die fünfzig, die am Ende auf die erdachte Bühne dürfen. Der Beifall ist ihnen immer sicher.

Für die jungen Reiter und Senioren ist der Tanz in den Mai gedacht, dem ein internes Mehrkampfturnier vorausgeht. Sport verbindet sich mit Vergnügen. Das gilt nicht weniger für die herbstliche Rallye zu Pferd, genannt „Reiterpatrouille“, die das reiterliche Können im Gelände, die allgemeine körperliche Geschicklichkeit und nicht zuletzt mit Quizfragen den Grips auf die Probe stellt.

Dass in einem rührigen Verein auch der interne Reitertag nicht fehlen darf, ist eigentlich selbstverständlich. Er führt im Spätsommer oder Frühherbst alle Aktiven zum Wettkampf zusammen. Da dürfen selbst die Kleinsten auf ihren Ponys mitmachen. Und die Eltern bangen an der Bande: Geht auch alles gut?

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